miércoles, 5 de abril de 2017

en esta vida hay que apretar el culo y dar pedales

Man lädt dem Rad mit dem Rennlenker eine bewusst minimalistische Campingausrüstung auf. Einen auf Faustgröße knautschbaren Schlafsack nebst Thermomatte im Format einer Küchenrolle sowie einen kleiner als eine Tafel Schokolade faltbaren Kocher aus Titan. Minimalistisch heißt ja nicht billig, sondern nur klein, leicht und von supereingeschränktem allgemeinen Gebrauchswert. Das ist in etwa auch die Umschreibung des Gravelbikes abseits der Wege durchs Abseits. Verglichen mit einem echten Rennvelo fährt sich so ein Ding auf Asphalt wie ein getunter Traktor: nicht lahm, aber auch nicht wirklich schnell. Im Gelände möchte man allemal ein gutes Mountainbike und für die Übernachtung am Lagerfeuer ein Rucksäckchen vorziehen.
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Und ehrlich gesagt: Wenn es richtig holprig wird, ist der breitarmig balancierende Griff, mit dem man das Mountainbike lenkt, dem schmaleren Rennlenker des Gravelbikes allemal vorzuziehen. Aber die Geschmäcker sind nun mal verschieden: Für den Rennlenker sprechen in erster Linie die verschiedenen möglichen Greifpositionen, speziell wenn sich die Tour etwas in die Länge zieht. Denn während beim Mountainbike die Fahrtechnik, um nicht zu sagen eine gewisse Artistik der Geländebewältigung, im Vordergrund steht, ist der Reiz beim Gravelbike, ob mit oder ohne Gepäck, wie beim Rennrad überhaupt das Touren – nur eben ohne sich großartige Gedanken über den Fahrbahnzustand machen zu müssen.

Die Übergänge werden fließend sein

Nächster Verwandter des auch Allroad oder Road-Plus genannten Gravelbikes ist das Endurance-Rennrad. Dem hatten seine Schöpfer neben breiteren Reifen mehr Bequemlichkeit mitgegeben durch einen höher angeordneten Lenker und eine gedrängtere Rahmenform. Noch dickere, 35 oder 40 Millimeter breite Schlappen werden dem Gravelbike aufgezogen. Trotz der breiten Durchlässe, wie sie an dem hier beispielhaft gezeigten Koga Colmaro zu erkennen sind, kann die Sitzposition eines Gravelbikes wesentlich sportlicher sein als die eines Endurance-Renners. Also Lenker wieder tiefer und mit einem Oberkörper in deutlicher Vorlage ab in den Wald. Von Fall zu Fall wird man unter den radelnden Pfarrerstöchtern heftig darüber diskutieren können, was mit dicken Reifen vor einem steht: noch Endurance- oder schon Gravelbike? Die Übergänge werden fließend sein, und je nach Hersteller werden die Räder mal so und mal anders genannt werden. Aber das kennt man ja schon.

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