Naomi Campbell verschwieg engen Kontakt zu Epstein
Naomi Campbell (55) im September 2025 auf dem Laufsteg der Schau des Designers Richard Quinn während der Fashion Week in London
London (Großbritannien) – Hat Supermodel Naomi Campbell (55) vor sieben Jahren nicht die ganze Wahrheit gesagt? Neu veröffentlichte E-Mails aus den Epstein-Akten zeigen, dass die Laufstegschönheit einen viel engeren Kontakt zu Jeffrey Epstein (†66) pflegte, als sie bisher zugab. Und das über Jahre hinweg, auch nach Epsteins erster Verurteilung 2008 wegen Sexualdelikten an minderjährigen Mädchen.
In den Akten finden sich 25 Seiten E-Mails und Notizen von Epsteins Assistentinnen, die zeigen, dass Campbell Jeffrey Epstein (†66) immer wieder zu Events einlud, mit ihm telefonierte, ihn traf und sogar darum bat, mit seinem Privatjet fliegen zu dürfen.
Auf der Geburtstagsfeier von Naomi Campbell (damals 31, M.) im Mai 2001 in St.-Tropez waren auch Ghislaine Maxwell (damals 39, hellblauer Pullover) und das spätere Missbrauchs-Opfer Virginia Giuffre (damals 17, rosa Hemdchen) anwesend. Laut eigenen Angaben lernte Campbell bei diesem Event über ihren damaligen Freund Flavio Briatore (damals 51, l.) auch Jeffrey Epstein kennen
Es gibt keinen Hinweis, dass Naomi Campbell von Epsteins Machenschaften wusste. Hier gilt die Unschuldsvermutung. Aber: 2019 stellte sie ihre Verbindung zu Epstein als Zufallsbekanntschaft dar. Die neuen Dokumente widersprechen dieser Darstellung ganz offensichtlich.
US-Investmentbanker Jeffrey Epstein im März 2017. Der verurteilte Sexualstraftäter starb im August 2019 in seiner Gefängniszelle in New York. Der Obduktionsbericht geht von Suizid aus, was teils bis heute in Zweifel gezogen wird
Fotos brachten Naomi Campbell in Bedrängnis
Hintergrund: 2019, kurz nach Epsteins Tod im Gefängnis, hatte die „Mail On Sunday“ Fotos von Naomi Campbell, Jeffrey Epstein und Harvey Weinstein (73) aus früheren Zeiten gedruckt und dazu geschrieben, dass das Model mit „haarsträubenden Charakteren“ befreundet gewesen sei. Campbell sprach von Rufmord, unterstellte der Presse sogar Rassismus.
Epstein-Komplizin Ghislaine Maxwell (damals 40, l.) mit Supermodel Naomi Campbell (damals 32) im September 2002 bei deren Party für die brasilianische Bademodenmarke Rosa Cha in New York City. Maxwell war 2021 u.a. wegen Menschenhandels zu 20 Jahren Haft verurteilt worden
In einem Interview mit „The Guardian“ sagte Campbell: „Ich habe Tausende Menschen bei Events getroffen und bin mit ihnen fotografiert worden. Es gibt Bilder von mir mit jedem.“ Warum sie aus Hunderten Menschen, die ebenfalls mit denselben Personen posiert hätten, herausgegriffen wurde – und somit ihr Ruf beschädigt werde –, könne sie sich nur durch ihre Hautfarbe erklären.
In einem YouTube-Interview erklärte Campbell 2019, sie habe Epstein an ihrem 31. Geburtstag durch ihren damaligen Freund Flavio Briatore kennengelernt. „Ich wusste damals nicht, was er getan hat. Was er getan hat, ist nicht zu rechtfertigen, und als ich davon hörte, wurde mir genauso übel wie allen anderen.“ Sie stehe an der Seite der Opfer, ein Leben lang.
Campbell lud Epstein mehrmals auf Veranstaltungen ein
Wie eng ihr Verhältnis zu Epstein war, verschwieg Campbell damals. Davon erzählt aber ein jetzt veröffentlichter E-Mail-Verkehr in den Akten. Auszug: Im Mai 2004 lud Campbell Jeffrey Epstein zu ihrer „Fire & Ice“-Geburtstagsparty in St.-Tropez ein. Im April 2010 zu einer Charity-Gala in Moskau, im Oktober 2010 zu einer Dolce-&-Gabbana-Show in Paris. „Im Namen von Miss Campbell möchten wir Sie herzlich zu ihrer Feier mit Dolce & Gabbana morgen Abend in Paris einladen“, steht in der Mail, die Epsteins Assistentin so beantwortete: „Jeffrey wird kommen, plus zwei, wenn möglich. Danke.“
Eine Mail aus den Akten. Am 30. Oktober 2015 schrieb Jeffrey Epsteins Assistentin ihrem Chef: „Bitte ruf sofort Naomi Campbell an. Sie sagt, sie muss dich unbedingt sprechen ...“
Epstein und Campbell telefonierten mehrmals
Dass Campbell und Epstein auch direkten Telefonkontakt miteinander hatten, geht aus verschiedenen Mails hervor, etwa vom 9. Juli 2009, 22. September 2009, 29. Mai 2015 und 20. Januar 2016. Darin schrieben Assistentinnen von Epstein an ihren Chef: „Naomi hat mir geschrieben, dass sie versucht, dich zu erreichen“, „Habe gerade diese SMS von Naomi Campbell erhalten: Hallo Sarah, kann JE sprechen?“ oder mehrfach einfach nur der Satz: „Bitte ruf Naomi Campbell an.“
Die Einladung zu ihrer Geburtstagsfeier am 20. Mai 2004 in St.-Tropez ließ Campbell Epstein per Mail schicken
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